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Vertraulichkeit

Vertrauen ist ein sozialer Mechanismus, der Komplexität reduziert.
– N. LUHMANN, Jurist und Soziologe

Einführung in das Element: Vertraulichkeit

Vertraulichkeit ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor von Mediation, aber kein konstitutives Element: Auch wenn keine Vertraulichkeit vereinbart wurde, handelt es sich bei dem durchgeführten Verfahren um Mediation.

Das Verständnis von Vertraulichkeit innerhalb der Mediation ist also vor allem davon geleitet, dass Interessen offenbart werden können, weil die Parteien davon ausgehen können müssen, dass diese Informationen im Anschluss oder nach Abbruch einer Mediation nicht zum Nachteil benutzt werden sollen.

Vertrauen bedeutet, dass bestimmte Ereignisse erwartet werden und andere nicht, obschon dafür keine Sicherheit gegeben werden kann oder besteht. Oder: Vertrauen ist die sichere Erwartung von Ereignissen bei faktischer Unsicherheit.

Insoweit fokussiert die Vertraulichkeitsanforderung auf die erklärte Sicherheit, dass Informationen nicht in einem späteren kontradiktorischen Verfahre zum Nachteil eingesetzt werden.

Aus diesem funktionalen Ansatz heraus liegt in der Regel kein Verstoß gegen die Vertraulichkeitsanforderung vor, wenn die Informationen auch anderweitig eingeholt hätten werden können, die Informationen keinerlei Bedeutung zukommt oder bereits bekannt waren,

Ausbildungsunterlagen zu Vertraulichkeit

Die Themengebiete der Elemente werden durch Karteikarten erschlossen. Diese sind das Begleitmaterial der Aus- und Fortbildungsveranstaltungen von INKOVEMA.

Aktuelle Karteikarten zur Vertraulichkeit

KK 09-V 01 – Einführung in die Vertraulichkeitsanforderung der Mediation
KK 09-V 02 – Verzicht auf die und Entbindung von der Schweigeverpflichtung
KK 09-V 03 – Gesetzlicher Regelungsbereich der Vertraulichkeit
KK 09-V 04 – Verschwiegenheitspflicht des Mediators und seiner Hilfspersonen
KK 09-V 05 – Ausnahmen von der Verschwiegenheitspflicht des Mediators und seiner Hilfspersonen
KK 09-V 06 – Schweigepflichtverstöße des Mediators und Haftungsfragen

Beiträge zu: Vertraulichkeit

25 Grundlagen von Mediation (06)

Vertraulichkeit in der Mediation

Grundlagen

Paradoxien der Mediation

Blogbeitrag

Weiterführende Literatur

FACHBÜCHER:

  • Cremer, K.: Die Vertraulichkeit der Mediation, 2007
  • Beck, L.: Mediation und Vertraulichkeit, 2008

FACHBEITRÄGE:

  • Hartmann, C. in Haft, F./Schlieffen, K.v.: Handbuch Mediation, § 28, 3. Auflage, München, 2016
  • Eidenmüller, H./Wagner, G.: Mediationsrecht, 2015, S. 263 f.
  • Schneider, S.: Vertrauen in die Vertraulichkeit – nur bedingt berechtigt, Konfliktdynamik 2017, S. 18 ff.
  • Schwittek, E./Baumbach, Christian v.: Konfliktbearbeitung über Distanz, ZKM 2020, S. 104 ff.