Formen der Mediation: Mediation in interkulturellen Kontexten
Typische Erscheinungsformen
- Konflikte zwischen unterschiedlichen Kulturträgern, Nationalitäten z.B. am Arbeitsplatz, in der Nachbarschaft etc.
- Konflikte im Kontext von Konzernen und international agierenden Unternehmen, z.B. Konflikte am internationalen Standort mit Entsendeten bzw. Familienangehörigen und Einheimischen bzw. Nachbarn etc.
- Konflikte in bi-nationalen bzw. bi-kulturellen Familien
- Mediation im Kontext von Flucht und Migration
Strukturelle Rahmenbedingungen (Kontext)
- Unterschiedliche Kulturzugehörigkeiten wirken sich auf viele Aspekte aus, die Konfliktpotenzial bergen: Denk- und Fühlmuster, Sitten und Bräuche, Traditionen, Zeit-, Takt- und Ehrgefühle sind unterschiedlich, Hierarchien, familiäre Routinen, va. bei Entscheidungsprozessen, all das wirkt auf das Verhalten und die Einschätzungen, wie das Verhalten (von anderen) bewertet wird.
- Selbst die Reflexion über entsprechende Kulturunterschiede ist geprägt von diesen. Niemand kann sich sofort und vollständig außerhalb seiner Kultur stellen und reflektiert agieren.
- Unterschiedliche Sprachen sind ein besonders offensichtliches Merkmal, das nicht nur am Konfliktaufkommen beteiligt sein wird, sondern auch in der mediativen Konfliktbearbeitung eine Rolle spielt.
Gute Gründe für Mediation
- Interkulturelle Mediation bietet die Gewähr, mit der Unterschiedlichkeit kompetent umzugehen.
- Verständigung und Verstehen ist Grundlage für eine konstruktive Konfliktbearbeitung. Mediative Begleitung greift kulturelle Identität auf und übersetzt Ängste, Befürchtungen und Vorurteile bzw. Stereotypen.
- Missverständnisse sind wahrscheinlicher und stehen einer konstruktiven Auseinandersetzung über unterschiedliche Interessen im Weg.
